Totholz

Einbringen von Raubäumen

Der FVRA ist wohl mit den traditionellen Werten der Fischenz Augst verbunden. Auch neue Erkenntnisse werden umgesetzt, wie nachstehende Reportage über das Einbringen von Raubäumen im Januar 2006 demonstriert:

Was hat der Baum im Stauraum verloren?

In unserer aufgeräumten Kulturlandschaft wirkt ein im Wasser liegender Baum störend und gehört doch weg?

Mit Ausnahme der Fischer, den Fischereibehörden und einigen Biologen ist der Bevölkerung der dramatische Fischrückgang in den letzten zwanzig Jahren verborgen geblieben. Im Stau Birsfelden wurden 1979 noch 11‘000 Fische mit 2500 kg gefangen, 2003 noch 1200 mit 500 kg.

Der Rückgang ist gesamtschweizerisch. 1998 war Ursachenforschung gefragt. Die Bundesämter BUWAL und EAWAG wurden zusammen mit der Chemischen Industrie, dem Schweizerischen Fischereiverband und den Universitäten Basel und Bern aktiv. Während fünf Jahren versuchten über 100 Fachleute Antwort für den Fischrückgang zu finden. Die Fischereiverwaltungen der Kantone trugen massgeblich die Kosten von 3 Millionen Franken.

Ein Dutzend miteinander vernetzte, lokal unterschiedliche Ursachen wurden ermittelt. Neben viel Anderem brauchen Fische je nach Art, Alter und Jahreszeit differenzierte Lebensräume. Grössere Fische benötigen tiefere Gewässer mit guten Unterständen. Speziell im Winter suchen alle Altersklassen dort Schutz.

Wesentliche Ursache sind auch die massiven Eingriffe in den Lebensraum. Uferverbauungen, Begradigungen, Stauhaltungen, dadurch unterbrochene Wanderbedürfnisse. Die ursprüngliche Verzahnung Wasser / Land wurde zerstört. Sie schützt vor Fischräubern und ist auch Grundlage für Nahrungsproduktion.

Die Zunahme fischfressender Vögel ist eine weitere Bedrohung. Insbesondere die seit einigen Jahren europäisch geschützten Kormorane vermehrten sich rasant. Auch die bei uns während rund 100 Tagen überwinternde Anzahl. 2004 wurden zwischen Kembs und Augst rund 700 festgestellt. Ein Vogel frisst pro Tag 500 Gramm Fisch. Die Fische werden nicht ausgerottet. Aber Reduktion unter ein arterhaltendes Niveau ist möglich. Gerade bei vom Aussterben bedrohten Arten. Diese haben ebenfalls Anspruch auf Schutz.

Der Kantonale Fischereiverband hat im Einvernehmen mit dem Natur- und Vogelschutzverband beim Kanton Lockerung der Schutzbestimmungen veranlasst. Kormorane an Birs und Ergolz können vergrämt, begrenzt, auch abgeschossen werden. Am Rhein bleiben sie geschützt.

Diese im Uferbereich verankerten Bäume versuchen den ausgeräumten ökologischen Schutz teilweise zu kompensieren.

Die Gemeinde Augst, das Kraftwerk Birsfelden, der Kantonale Wasserbau, die Fischereiverwaltung und die Wasserfahrvereine sind mit diesem Versuch einverstanden. Der Kantonale Fischereiverband Baselland befürwortet ihn wärmstens. Die Kosten übernimmt die Fischereiverwaltung zu Lasten des Fonds „Wiederaufbau Rhein“. Im Übrigen bezahlen die Fischer pro Jahr nur für den Stau Birsfelden allein Fr. 12’000 für den gesetzlichen Fischbesatz.

Der Initiant:                                                      Fischereiverein Rhein Augst FVRA

Nov 27, 2014 | Posted by | Kommentare deaktiviert für Totholz
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